Tipp von Heike Kuhn, Team Mediothek
«Der andere Arthur» von Liz Moore
Arthur ist Mitte 50, wiegt 250 kg und hat seit 10 Jahren sein Haus in Brooklyn nicht verlassen. Kel steht kurz vor dem Schulabschluss, ist beliebt und hat Chancen auf eine professionelle Baseballkarriere. Und doch trägt er Sorgen und eine Verantwortung, die kein 17jähriger haben sollte. Zwei Leben, die gar nicht unterschiedlicher sein können – die aber doch etwas verbindet
«Der andere Arthur» ist ein Buch, das einen oft traurig stimmt, aber auch Hoffnung schenkt. Es zeigt auf, dass niemand eine Insel ist, und es manchmal andere Menschen braucht, um wieder eine Perspektive zu sehen. Das Buch ist flüssig zu lesen und genau das Richtige, wenn man Coming-of-Age-Geschichten wie z.B. «Demon Copperhead» mag.
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Tipp von Christine Burlet, Team Mediothek
«Nelka» von Svenja Leiber
Lemberg/Lwiw, 1941. Nelka ist sechzehn, als sie von Soldaten aufgegriffen und zusammen mit anderen Mädchen und Frauen verschleppt wird. Bis zum Kriegsende bleibt sie Zwangsarbeiterin auf einem norddeutschen Gutshof. Verwalter Marten, ohnehin fasziniert von der schönen jungen Frau, bemerkt ihr Wissen über Obstbau schnell und verschafft ihr eine Sonderstellung. So kann sie sich lange gegen seine Zudringlichkeit wehren, während er dank ihrer Beratung eine weit über den Krieg hinaus profitable Apfelplantage anlegt. Jahrzehnte später reist Nelka zurück, um Marten zur Rede zu stellen.
Unsentimental, präzis und sensibel legt der kurze Roman dar, wie Machtgefälle und Missbrauch, aber auch Haltung und Freundschaft wirken.
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Tipp von Heike Kuhn, Team Mediothek
“Kala” von Colin Walsh
Helen, Aoife und Kala, Joe, Mush und Aidan sind Teenager und leben in einer Kleinstadt an Irlands Westküste. Sie sind beste Freunde, erleben die erste Liebe – und dann verschwindet Kala spurlos. 15 Jahre später treffen Helen, Joe und Mush wieder aufeinander und müssen sich dem stellen, was mit Kala passiert ist, welche Rolle jede:r von ihnen dabei gespielt hat, und wie sie dies nun mit voller Wucht einholt.
„Kala“ ist ein teilweise sehr brutaler Krimi, zu spannend zum Weglegen. Und zugleich ein einfühlsamer Roman übers Erwachsenwerden. Die Geschichte wird stimmig und packend aus der Sicht der verschiedenen Personen erzählt, die schonungslos ehrlich und doch gefühlvoll ausgeleuchtet werden.
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Tipp von Christine Burlet, Team Mediothek
„Die Namen” von Florence Knapp
Bestimmt unser Name, wer wir sind? Cora ist unterwegs zum Amt, um den Names ihres neugeborenen Sohnes einzutragen. Ihr herrischer und gewalttätiger Mann Gordon erwartet, dass der Sohn in alter Familientradition den Namen seines Vaters erhält, Coras kleine Tochter möchte das Baby Bear, also «Bär», nennen, und Cora selbst bevorzugt Julian, ein in der Familie neuer, unbelasteter Name.
In der Folge wird die Geschichte der Familie in drei Varianten erzählt, der Gordon-, der Bear- und der Julianvariante. Wie eine einzige Entscheidung zu völlig unterschiedlichen Leben führt, aber gewisse Dinge dann doch in allen Varianten ähnlich sind, erzählt Florence Knapp in diesen spannenden Gedankenexperiment. Zu Beginn hat mich die Unerbittlichkeit der Geschichten ganz schön herausgefordert, aber die Figuren wachsen einem schnell ans Herz. Schlussendlich ist es ein bewegendes Buch über die Liebe innerhalb einer Familie.
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Tipp von Heike Kuhn, Team Mediothek
«Bambino» von Narco Balzano
Mattia wird im Triest der 20er Jahre erwachsen. Es will ihm einfach kein Bart wachsen, deshalb wird er Bambino genannt, und er weiss nicht, wer seine Mutter ist. Erst der Faschismus gibt ihm das Gefühl, dazuzugehören, stark zu sein.
Bambino ist ein eindrückliches Buch, das nachhallt und für mich stellenweise schwer zu ertragen war – gerade in heutigen Tagen. Vor allem zeigt es sehr feinfühlig auf, was hinter der brutalen Fassade eines Menschen steckt, und was dazu führen kann, dass man die ein oder andere Gesinnung annimmt.
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Tipp von Christine Burlet, Team Mediothek
«Wie Kinder Bücher lesen», diverse Autoren
«Wie bringe ich mein Kind zum Lesen?», ist eine Frage, die wir als Mediothekarinnen regelmässig hören. Dieses kurzweilige Sachbuch versammelt Fakten und Wissen aus der Leseforschung. Zum Beispiel, dass in erster Linie Gelassenheit angebracht ist, weil viele Kinder eigentlich gerne lesen und in der Verlagswelt viel getan wird, um die vielfältigen Bedürfnisse jungen Leser:innen kennenzulernen und zu bedienen. Eltern, Lehrpersonen und an Leseförderung Interessierte finden hier viele Tipps und Infos zur Kunst, das richtige Buch im richtigen Moment zu finden.
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